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Paradontitistherapie2019-04-03T10:11:14+02:00

Paradontitistherapie

War früher vor allem Karies die Hauptursache für Zahnverlust, so ist es heute die Parodontitis, die oft auch als Parodontose bezeichnet wird. Darunter versteht man eine bakteriell verursachte, entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates, die vorwiegend bei Erwachsenen vorkommt. Das bedeutet, dass nicht der Zahn selbst erkrankt ist, sondern vielmehr das Gewebe, das ihn im Kieferknochen verankert und ernährt. Die Parodontitis lässt tiefe Zahnfleischtaschen entstehen, führt zu Knochenabbau und – falls sie unbehandelt bleibt – unweigerlich zum Verlust der betroffenen Zähne. Die deutsche Mundgesundheitsstudie aus dem Jahr 2006 belegt, dass 75 Prozent der Bevölkerung über 35 Jahren eine Parodontitis aufweisen. Entgegen vielen anderen Krankheiten schreitet sie oft schleichend und ohne Schmerzen voran. Deswegen wird sie vom Patienten oft erst sehr spät entdeckt. Dazu kommt, dass sich die negativen Auswirkungen leider oft nicht nur auf die Mundhöhle beschränken.

Die Erkrankung des Zahnhalteapparates entsteht durch die Vermehrung bestimmter aggressiver Bakterien in den festen und weichen Zahnbelägen über und unter dem Zahnfleisch. Vereinfacht ausgedrückt: Ohne Beläge, keine Parodontitis. Die Lösung liegt also darin, in enger Zusammenarbeit mit unseren Patienten – sie entscheiden maßgeblich mit über den Erfolg – den Bakterien den Nährboden zu entziehen. Dies erfolgt zunächst mit Hilfe einer professionellen Zahnreinigung und später mit einer durch eine lokale Anästhesie schmerzfreien Beseitigung der Beläge auch in den tieferen Zahnfleischtaschen. Reichen diese Maßnahmen zu einer endgültigen Ausheilung nicht aus, so können wir individuell und Erfolg versprechend weiter therapieren: entweder mit desinfizierenden Spüllösungen oder mit chlorhexidinhaltigen Gelchips, die in noch entzündete Zahnfleischtaschen eingebracht werden. Mit diesen Gelchips kann das nahezu nebenwirkungsfreie Medikament über drei Monate in den verbliebenen Taschen wirken. Bei besonders aggressiven Formen kann nach genauerer Bestimmung des Keimspektrums über eine Gentestung auch der Einsatz eines Antibiotikums sinnvoll sein.

Da eine Parodontitis wieder entstehen kann, ist es nach abgeschlossener Behandlung besonders wichtig, durch eine möglichst gute häusliche Mundhygiene, regelmäßige Kontrollen und professionelle Zahnreinigungen einem Wiederauftreten vorzubeugen. Mit unserer Hilfe werden Sie auch dieses Problem in den Griff bekommen und müssen nicht befürchten, eines Tages Ihr Lachen zu verlieren.

Gelangen schädliche Bakterien über den erkrankten Zahnhalteapparat in die Blutbahn, können sie unter Umständen die Entstehung chronisch-entzündlicher Erkrankungen begünstigen. So zeigen wissenschaftliche Studien, dass eine unbehandelte Parodontitis ein Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen (z.B. Herzinfarkt, Endokarditis), Atemwegserkrankungen (z.B. Lungenentzündung) oder Diabetes mellitus sein kann. Bei bereits vorgeschädigten Blutgefäßen erhöht die Parodontitis das Schlaganfallrisiko und kann selbst bei Schwangerschaften Komplikationen hervorrufen. Weiter werden Wechselwirkungen zwischen der Parodontitis und Osteoporose, rheumatoider Arthritis, Alzheimer und der Entstehung von Krebserkrankungen diskutiert. Neben dem drohenden Zahnverlust sprechen diese Gründe dafür, die Parodontitis ernst zu nehmen und sie behandeln zu lassen, zumal die Eingriffe nach unseren Vorbehandlungen nicht schmerzhaft sind.

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